Lise Meitner – unsere Namensgeberin

Von Smithsonian Institution - Flickr: Lise Meitner (1878-1968), lecturing at Catholic University, Washington, D.C., 1946, No restrictions

Lise Meitner

Lise Meitner bietet uns als Schule über ihren Lebenslauf und ihr wissenschaftliches Arbeiten eine Vielzahl von Identifikations- und Reflexionsmöglichkeiten.

Lise Meitner wurde am 7. November 1878 in Wien, Österreich, geboren. Sie forschte als Physikerin über Atomphysik und Kernspaltung.

Sie stammte aus einer jüdischen Familie und wurde protestantisch erzogen. In Wien studierte sie Mathematik, Physik und Philosophie und promovierte 1906 in Physik.

1907 ging Lise Meitner nach Berlin. Dort hörte sie zunächst Vorlesungen bei Max Planck, später arbeitete sie als Assistentin bei ihm. Seit 1907 arbeitete sie mit dem Chemiker Otto Hahn (1879 – 1968) zusammen. 1922 konnte Lise Meitner sich als erste Frau überhaupt in Physik habilitieren, 1926 wurde sie außerordentliche Professorin in Berlin.

Die Nationalsozialisten entzogen ihr 1933 die Lehrerlaubnis. 1938 floh sie über Holland nach Schweden, wo sie 1946 die schwedische Staatsbürgerschaft erhielt. Sie arbeitete am Nobel-Institut für Physik in Stockholm.

Ende 1938 entdeckten Otto Hahn und Fritz Straßmann (1902 – 1980) die Kernspaltung von Uran und Thorium. Zu der Erkenntnis, dass es sich bei den Reaktionen um Kernspaltungen handelte, trug Lise Meitner durch ihre briefliche Unterstützung ganz maßgeblich bei. 1939 entwickelten Lise Meitner und ihr Neffe Otto Robert Frisch (1904 – 1979) die erste theoretische Deutung der Kernspaltung.

Otto Hahn erhielt 1944 den Nobelpreis in Chemie für „die Entdeckung der Spaltung schwerer (Uran-)Atomkerne als Grundlage für die spätere friedliche und militärische Nutzung der Nuklearenergie“.

Lise Meitner wurde 1966 als erste Frau mit dem Enrico-Fermi-Preis ausgezeichnet.

Vom Einsatz ihrer Entdeckung zur militärischen Nutzung als Atombombe hat sich Lise Meitner  deutlich distanziert.

Sie starb am 27. Oktober 1968 in Cambridge/ Großbritannien.